Eleonore Peduzzi Riva
Da sich Eleonore Peduzzi Riva (*1936) nicht für das Gymnasium interessiert, bewirbt sie sich gegen den Willen des Vaters für die Fachklasse für Innenausbau FFI an der Gewerbeschule in Basel und wird aufgenommen. Das handwerkliche Wissen und Planzeichnen eignet sie sich rasch an. Für Eleonore Peduzzi Riva ist der Architekturpionier Paul Artaria ein grosses Vorbild. Mit seiner Übernahme der Leitung 1947 entwickelt er einen neuen Ausbildungsplan für die FFI und ermöglicht auch Frauen den Zugang zur Ausbildung.
Nach zwei Semestern verlässt Eleonore Peduzzi Riva die FFI. Es zieht sie nach Mailand, wo die Ausbildung und Atmosphäre – wie Eleonore Peduzzi selbst sagt – kulturell offener und fortschrittlicher ist. Sie schreibt sich als Hörerin am Politecnico di Milano für den Bereich Architektur und an der Accademia di Brera für den Bereich Bühnenbild ein. Nach einem Jahr kehrt sie zurück nach Basel, macht dort ihren Studienabschluss und kehrt umgehend zurück nach Italien.
Während sie beim italienischen Architekten Leonardo Fiori arbeitet, lernt sie ihren ersten Mann, den Bauingenieur Sandro Riva, kennen. Mit ihm gründet sie das Studio Riva, das ein breites Spektrum an Dienstleistungen abdeckt – von der Möbelgestaltung über die Beratung bis zur Planung von Infrastrukturbauten. Von 1970 bis 1971 arbeitet Guido Berger in ihrem Studio.
Mit dem Swiss Grand Prix Design 2023 des Bundesamt für Kultur Bern erhielt Eleonore Peduzzi Riva eine späte und gebührende Würdigung.
Die VSI.ASAI hat Eleonore Peduzzi Riva zur Ehrenpersönlichkeit 2025 gewählt.