Rosmarie Vogt

Rosmarie Vogt

Rosmarie Vogt (*1939), geboren in Schaffhausen, ist eine bekannte Schweizer Objektkünstlerin und Plastikerin. Nach diversen handwerklichen Praktika, u.a. bei der Wohnhilfe Zürich, und einer begonnenen Tapeziererlehre in Basel, besucht sie den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich. Hier wird ihr gestalterisches Potenzial erkannt und ihre geistige Neugier geweckt.

Anschliessend besucht sie die Fachklasse für Innenarchitektur in Zürich bei Willy Guhl, wo sie auch ihren späteren Mann Klaus Vogt kennenlernt. Während der Ausbildung – so sagt sie rückblickend – bleibt sie «ungerichtet». Nach der Ausbildung arbeitet sie für kurze Zeit beim Wiener Gestalter Carl Auböck. Wien öffnet ihr die Augen auch für die Kunst der Secession, für Otto Wagner, Adolf Loos und die Wiener Werkstätten. Zurück in der Schweiz zieht zusammen mit ihrem Mann Klaus Vogt zuerst ins Tessin, anschliessend nach Wohlen/AG. Obwohl sie mit der Geburt ihrer drei Söhne aus traditioneller Sicht ausgelastet wäre, drängt es Rosemarie Vogt zu gestalterischer Eigenständigkeit: Zuerst entwirft sie Spielzeug. Doch dies genügt ihr auf Dauer nicht, und mit dem Besuch von Abendkursen in experimenteller Gestaltung an der F+F Schule beginnt ihr Werdegang als Künstlerin. Die erste Gruppenausstellung «Kunst auf dem Wasser» (1979) in Zug stellt den Beginn einer beachtlichen Ausstellungsbiografie von über 50 Ausstellungen dar.

Rosmarie Vogts Installationen und plastischen Arbeiten sind immer raum- und ortsbezogen, thematisieren Werden, Schutz und Hülle. Die Nähe zum Architektonischen und das Denken andersartiger Lebensformen sind in ihrem Werk stets präsent. Auch in ihrem späteren Lehrauftrag für Wahrnehmen und Darstellen an der Höheren Lehranstalt in Muttenz ist ihr die Förderung der eigenständigen gestalterischen Ausdrucksform eine Herzensangelegenheit; durch das Beobachten und Erkennen von (räumlichen) Zusammenhängen sollen die Studierenden – unabhängig vom gewählten Medium – neue Denkweisen entwickeln können.

Künstlerinnenbiografie von Rosemarie Vogt auf Sikart.

Rosmarie Vogt im Gespräch mit Christina Sonderegger. (Foto: Steff Naegeli)

Rosmarie Vogt

Neben ortsspezifischen Installationen, meist in der Natur, realisiert Rosmarie Vogt auch Kunst-am-Bau-Arbeiten. Mit dem Lehrauftrag an der Höheren Technischen Lehranstalt in Muttenz verschiebt sich ihr Interesse stärker einen architektonischen Ansatz. Sie thematisiert gebaute, freitragende, gebogene Wände, die sie mit unterschiedlichsten Materialien gestaltet. Das gewählte Material fordert jeweils ganz andere Herangehensweisen des Bauens in der dritten Dimension. Dieses experimentell erarbeitete Wissen ist in den Arbeiten, die Rosmarie Vogt als Vorlass dem AIS übergeben hat physisch spürbar.

Bei den Innenausbauten der Bodenseeschiffe (1988 bis 1992) durch Verena Huber spielt Rosmarie Vogt eine aktive Rolle bei künstlerischen Ausgestaltung.

Eine Vielzahl an Skizzenbüchern und Dokumenten sind ein weiterer physischer Erfahrungsschatz, den Rosmarie Vogt mit ihrem Vorlass der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Eine Auswahl an künstlerischen Arbeiten hat Rosmarie Vogt dem AIS als Vorlass übergeben. (alle Fotos im Atelier: Ariana Pradal)
Einblick in ein Skizzenheft von Rosmarie Vogt.
Im Atelier von Rosmarie Vogt.
Im Atelier von Rosmarie Vogt.
Künstlerzeitung von Rosmarie Vogt.
Diese künstlerischen Arbeiten hat Rosmarie Vogt dem AIS als Vorlass übergeben.

Rosmarie Vogt

Oral History vom 14. April 2021
Interviewerin: Christina Sonderegger
Kamera: Eliane Huber
Dauer: 54:24 min

Schweizer Designklassiker im Dialog mit Rosmarie Vogt-Rippmann und Klaus Vogt, 10.09.2025. H100 - Das Möbelhaus, Zürich. Moderation: Ariana Pradal, ai-s.