Richard Hersberger
Bereits früh kommt Richard Hersberger (*1931) durch das Tapeziergeschäft seiner Eltern in den Kontakt mit Fragen des Wohnens. Nach dem Realgymnasium in Basel besucht er zuerst die Gewerbeschule, weil er Maler werden will. Doch dann wächst aus der Verantwortung für eine spätere Familiengründung der Wunsch nach der Innenarchitektur und er wechselt an die FFI. Für Richard Hersberger ist der Unterricht beim Basler Architekten Paul Artaria eine Offenbarung, vor allem auch, weil Artaria den jungen Menschen gegenüber offen ist und ihnen mit Respekt begegnet.
Als junger Innenarchitekt steigt Richard Hersberger ins elterliche Geschäft ein. Nebst Beratungen nimmt Hersberger Aufträge entgegen, plant und entwirft, während sich sein Bruder um das Kaufmännische kümmert. Mit den beiden Söhnen kommt frischer Wind in das Unternehmen. Hersberger hat aber immer mehrere Standbeine, so entwirft er schon früh für Victoria-Werke zahlreiche Möbelsysteme. Auch entwickelt er Möbel für spezifische Orte wie die Gellertkirche in Basel, den Neuen Landratssaal von Baselland in Liestal und später die Ausgestaltung von Zügen der SBB.
Ende der 1959 Jahre übernimmt er an der FFI die Stelle von Paul Artaria und beginnt zu unterrichten. Er nimmt diese Aufgabe sehr gewissenhaft wahr. Am Herzen liegen ihm auch engagierte junge Menschen vom Land mit handwerklichem Hintergrund, während die Mehrzahl der Schüler:innen aus einem bürgerlich städtischen Umfeld an die Schule kommen. Die Aufgabe als engagierter Lehrer erfüllt er bis Ende 1980er Jahre. Annette Stahl, Guido Berger und Ursula Staub haben bei ihm studiert.
Heute ist Richard Hersberger ein begeisterter Sammler von Nomadenteppichen. Den Grundstein legte er mit einem Gebetsteppich, den er bereits mit 14 kaufte. Reisen nach Marokko und andere Länder entfachen seine Leidenschaft für diese Teppiche, die für den Eigenbedarf geknüpft werden. Für ihn sind die Berber eigentliche Innenarchitekt:innen, die ihr Zuhause nicht mit Möbel, sondern mit Teppichen mit hohem künstlerischem Anspruch ausschmücken.