Reni Shulman-Trüdinger

Reni Shulman-Trüdinger

Reni Shulman-Trüdinger (1927–2000) ist eine Schweizer Innenarchitektin, die in der Schweiz, in Japan und in den USA tätig war. Reni Trüdinger wächst in Basel auf, wo ihr Vater als Stadtplaner tätig ist. Von 1947 bis 1952 besucht sie die Fachklasse für Innenausbau an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Wilhelm Kienzle und Willy Guhl. Nach ihrem Abschluss 1952 arbeitet Reni Trüdinger beim Architekten Alfred Altherr, der damals auch als Lehrer tätig ist. Sie erhält die Gelegenheit, die Schweizer Botschaft in Tokio einzurichten, und lebt während dieser Zeit in Japan.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz bietet sie als Mitarbeiterin von Alfred Altherr, damals Leiter des Gewerbemuseums Winterthur, eine öffentliche Wohnberatung in Winterthur an. Von 1956 bis 1959 arbeitet sie als Innenarchitektin und Designerin bei der Werkgenossenschaft Wohnhilfe in Zürich. Während dieser Zeit absolviert Verena Huber 1956 dort ihr Praktikum.

1959 heiratet Reni Shulman-Trüdinger den Medizinwissenschaftler Lawrence E. Shulman. Sie zieht mit ihm nach Baltimore (USA), wo er am Johns Hopkins Institute arbeitet. Sie wird Mutter von zwei Töchtern, Kathryn und Barbara. Als ihr Mann 1976 an die National Institutes of Health in Bethesda, Maryland, wechselt, arbeitet Reni Shulman-Trüdinger häufig im nahe gelegenen Washington. 1978 zieht die Familie nach Bethesda.

Reni Trüdinger war in Zürich, Tokio und in den USA tätig.

Reni Shulman-Trüdinger

Für ihren ersten Grossauftrag, die Schweizer Botschaft in Tokio, entwirft sie die gesamte Möblierung. 1956 entsteht der «Zweisitzstuhl», der sich mit einem Handgriff von einem Stuhl mit normaler Sitzhöhe in einen niedrigen Sessel verwandeln lässt. Der Stuhl, dessen Gestell aus schwarzem Eisenrohr und natürlichem Korbgeflecht besteht, wird mit dem Preis «Die Gute Form» ausgezeichnet. 1958 plant und richtet sie für die Genossenschaft Wohnhilfe das Atriumhaus für die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) ein.

In Baltimore ist Reni Shulman-Trüdinger von 1965 bis 1968 als Innenarchitektin bei RTKL tätig, einem international tätigen Architektur-, Planungs- und Designbüro. Ein innovatives Projekt, an dem sie bei RTKL mitwirkt, ist das Charles Center, ein preisgekröntes Stadtentwicklungsprojekt im Inner Harbor von Baltimore. Von 1968 bis 1984 arbeitet Shulman-Trüdinger als freiberufliche Innenarchitektin. Sie spezialisiert sich auf die Umgestaltung und Umnutzung bestehender Gebäude, darunter Krankenhäuser, Universitäten und Colleges, Büro- und Wohngebäude. 1985 ist Reni Shulman-Trüdinger Mitbegründerin des Architektur- und Innenarchitekturbüros Intraplan in Washington, D.C., das sich auf ähnliche Projekte wie ihre bisherige Arbeit in Baltimore, Maryland, konzentriert.

Doppelseite der Zeitschrift «Bauen und Wohnen», 1956, mit ausgezeichneten Produkten der Guten Form. Abgebildet ist der «Zweisitzstuhl» von Reni Trüdinger.
Im Artikel über die SAFFA in der Zeitschrift «Das Werk», 1958, ist der Grundriss des Atriumhauses von Reni Trüdinger abgedruckt.

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