Klaus Vogt

Klaus Vogt

Schiffe, Boote, der See, das Handwerk; diese Welt interessiert Klaus Vogt (*1938) von klein auf. Darum entscheidet er sich 1954 für eine Lehre als Bootsbauer in Meilen. Bei der Aufnahmeprüfung 1958 an der Kunstgewerbeschule Zürich beeindruckt Klaus Vogt mit seinen selbst hergestellten Hobeln. Hans Fischli und Willy Guhl nehmen den jungen Handwerker auf. Damals ist die Ausbildung noch nicht auf ein bestimmtes Berufsbild ausgelegt. Wo der Schwerpunkt liegen soll – ob der Raum oder das Produkt – wird intensiv debattiert. Zu den Aufgabenstellungen gehören natürlich Möbel für spezifische Räume wie etwa Schulhäuser.

Das damalige Credo ist die Materialgerechtigkeit, die Gute Form. Klaus Vogts mehrfache Anstellung beim Architekten Dolf Schnebli in Agno/TI dient ersterem als Sprungbrett. So entwickelt er seinen Diplomarbeit-Stuhl zur einer Schulmobiliar-Serie für Dolf Schneblis Gymnasium in Locarno weiter. Als Bauleiter für ein Schulhaus in Muri vertieft Klaus Vogt seine eigene Überzeugung: zuhören und das ernome Wissen der Handwerker:innen ernst nehmen.

Als Assistent bei Bernhard Hoesli an der ETH Zürich steht für ihn die motivierende Unterstützung der Studierenden bis hin zum Diplom im Zentrum. Auch in Muttenz unterrichtet er bis in die 1990er-Jahre. Parallel entwickelt er in seiner eigenen Werkstatt Möbel wie die Squadra-Schänke (1964) oder entwirft im Designkollektiv mit Ueli Berger, Heinz Ulrich, Eleonore Peduzzi Riva die Wohnlandschaft DS 600 für de Sede. Als Architekt realisiert er zahlreiche Bauten, für Freunde, private und öffentliche Auftraggeber.

Klaus Vogt im Gespräch in seinem Atelier. (Foto: Ariana Pradal)

Klaus Vogt

Seine Prägung als Bootsbauer führt Klaus Vogt immer wieder zur Überzeugung, dass das gemeinsame Wissen aller an einem Projekt Beteiligter die Grundlage für die besten Produktlösungen, Wohn- und Lebensräume ist. Diese Haltung prägt auch seine Arbeit als Assistent an der ETH Zürich, in Muttenz und an der Fachhochschule beider Basel. Der gegenseitige Respekt, das Zuhören und seine Bescheidenheit lassen ihn zeitlebens offen bleiben für Neues.

Aus einem reinen Quader aus Sperrholz sind Klaus Vogts Schränke Squadra (1964) für den Eigengebrauch entstanden. Die ursprünglichen Modelle stehen im Atelier von Klaus Vogt. (Foto: Ariana Pradal)
Der Aula-Stuhl (1962/63) für das Gymnasium in Locarno steht vor einer Reihe Rollladenmöbel von Klaus Vogt, die über 20 Jahre von Thut AG lang produziert wurden. (Foto: Ariana Pradal)

Klaus Vogt

Oral History vom 23. Juni 2021
Interviewerin: Christina Sonderegger
Kamera: Eliane Huber
Dauer: 60:09 min

Schweizer Designklassiker im Dialog mit Rosmarie Vogt-Rippmann und Klaus Vogt, 10.09.2025. H100 - Das Möbelhaus, Zürich. Moderation: Ariana Pradal