Berger und Stahl
Annette Stahl (*1946) aus Nordrhein-Westfalen und der Bündner Guido Berger (*1945) lernen sich an der FFI Basel kennen, an der die beiden studieren. Auf Basel fällt Annette Stahls Wahl, da sie für die Innenarchitektur-Ausbildung in Zürich noch einmal hätte den Vorkurs absolvieren müssen. Lotti Hernandez-Moor bietet ihr in Basel hingegen den Einstieg ins 3. Semester an. Hier geniesst sie von 1969 bis 1971 den Unterricht von Richard Hersberger und arbeitet bei ihm anschliessend für zwei Jahre. Aber auch die kulturelle Vielfalt im Dreiländereck ist für Annette Stahl ein Glücksfall, wie sie selbst rückblickend sagt.
Guido Berger seinerseits macht eine Lehre als Hochbauzeichner und arbeitet anschliessend im Churer Architekturbüro Domenig und Domenig. Sein Interesse an Gestaltung, Konstruktion, Farben und Materialien führen ihn 1967 für die Weiterbildung nach Basel, wo er ebenfalls bei Richard Hersberger studiert. 1970 bis 1971 arbeitet er für eineinhalb Jahre bei Elenore Peduzzi Riva in Mailand.
1973 gründen die beiden ihr eigenes Büro in Basel: Berger & Stahl Architektur und Design. Beide haben eine Affinität zu Italien und sind begeistert vom italienischen Design. Nicht der Neubau interessiert sie primär, sondern das Erhalten, Umbauen, Weiterbauen, das Bauen im Bestand: das Charakteristische bewahren und es zeitgemässen Lebensbedürfnissen anzupassen, als Symbiose von Alt und Neu. Sie arbeiten spartenübergreifend als Architekten und Designer. Die meisten ihrer Produkte entstehen durch eine forschende Herangehensweise bei architektonischen Planungen, die auch die Anforderungen an neue Designprodukte definieren. Raum und Produkt gehören für sie zusammen.
Annette Stahl übernimmt Ende 1992 einen Lehrauftrag an der FFI Basel. Es ist die Zeit einer intensiven Auseinandersetzung mit der Ausbildung Innenarchitektur; und es ist die Zeit, in der die Fachschule Kooperationen mit Firmen wie USM, Vitra und Driade eingeht, wodurch die Studierenden einen Einblick in den Berufsalltag erhalten. Auch Firmenbesuche gehören in jener Zeit immer mehr zum festen Programm. Annette Stahl leitet die Abteilung von 1995–2001.