Alfred Senn

Alfred Senn

Seinen beruflichen Werdegang als Innenarchitekt verdankt Alfred Senn (1930-2022) dem Innenarchitekten und VSI-Mitglied Oskar Kunz in Lenzburg. Seine Karriere beginnt er aber mit einer Schreinerlehre bei der später bekannten Möbelmanufaktur Thut AG in Möriken.

Dank der Vermittlung seiner Lehrerin – der Frau von Oskar Kunz und Senns Primarlehrerin – absolviert Alfred Senn anschliessend ein dreijähriges Praktikum bei VSI-Mitglied Oskar Kunz. Weitere Erfahrungen eignet er sich im Büro von Architekt Otto Glaus, Architekt VSI, in Zürich an.

Begeistert von der Metropole Mailand, bewirbt er sich anschliessend beim Architekten und Designer Cesare Pea, der damals vor allem auch durch seine Ausstellungs- und Messepavillons bekannt ist. Zurück in der Schweiz findet Alfred Senn eine Anstellung beim Basler Architekten Otto Senn. Danach ist der Weg frei für eigenständige Projekte in Arbeitsgemeinschaft mit seiner Frau Ines Senn, einer Meisterin des Textilen Gestaltens. In die 1970er-Jahren fällt auch die Zusammenarbeit mit Doris Dietschy (1973 bis 1978).

Dank seines grossen Netzwerks, das sich Alfred Senn während seiner Anstellungen erwirbt, sind für ihn die gestalterischen Themen vorwiegend durch die Architekt:innen, mit denen er zusammenarbeitet, gegeben. Sein Hauptinteresse gilt der Gestaltung von Räumen, die nicht für die Ewigkeit gemacht sind: zahlreiche Ausstellungen prägen sein Werk. Privat ist er ein begeisterter Kunstsammler. Der persönliche Kontakt zu den Künstler:innen ist ihm zeitlebens wichtig, und sie prägen auch seine berufliche Sichtweise.

Alfred und Ines Senn leben über 26 Jahre ihres gemeinsamen Lebens in ihrem sanft umgebauten Haus in La Chapelle Thécle, einem typischen Bauernhaus der Region Bresse/FR.

Alfred Senn im Gespräch mit Verena Huber im Oktober 2021. (Foto: Ariel Huber)

Alfred Senn

Einer von Alfred Senns Hauptwerk ist der Laden «Schatulle» in Basel, den seine Schwägerin Heidi Stoll nach Erfahrungen als Verkäuferin bei «Klingele» und im Wohnbedarf 1968 eröffnet. Der Laden ist geprägt durch das besondere Sortiment von Textilien, unter anderen jenen von Marimekko. Eine besondere Herausforderung für ihn ist die Gestaltung der Grossraumbüros für Ciba Geigy im Schoren-Quartier von Basel. 1971 realisiert, ist es eines der ersten Grossraumbüros in der Schweiz.

Für Alfred Senn besteht die Rechtfertigung der Innenarchitektur als bedeutsamem Beruf im räumlichen Massstab, der eine viel subtilere Gestaltung verlangt als die Architektur. «Architekten denken oft überdimensioniert und weniger ins Detail», so Alfred Senn.

Die «Schatulle» in Basel von Alfred Senn für seine Schwägerin Heid Stoll. (Archiv AF)
Interieur des besonderen Ladens «Schatulle» in Basel mit Kleidern und Textilien von Marimekko. (Archiv AF)
Atelier von Alfred Senn im Haus in Frettechise/FR. (Foto: Ariel Huber)
Alfred Senn war ein begeisterter Kunstsammler, dem der Kontakt zu den Künstler:innen sehr wichtig war. (Foto: Ariel Huber)

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