Adriano Ribolzi
Adriano Ribolzi wird 1937 in Lugano geboren. Sein Vater führt dort seit 1920 an der Via Peri ein Geschäft für Innendekoration und führt ihn früh an die Welt der Innenarchitektur heran.
Für seine Ausbildung geht Adriano Ribolzi nach Zürich zur Firma Pochet, die dort einen Ableger ihres Pariser Hauptbüros betreibt. Dadurch arbeitet er mit erfahrenen französischen Innenarchitekten zusammen und setzt sich intensiv mit Entwurf, perspektivischer Darstellung und Modellbau auseinander.
Von 1948 bis 1954 besucht er den Studiengang Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule Zürich, wo Willy Guhl und Johannes Itten zu seinen Lehrern gehören. Durch Itten lernt er die Ideen des Bauhauses kennen. Zugleich vermittelt ihm Itten ein Gestaltungsverständnis, das freie und angewandte Kunst ebenso miteinander verbindet wie Kreativität und handwerkliches Können.
Nach seinem Abschluss zieht es ihn zunächst zu einer künstlerischen Laufbahn. Aufgrund der Erkrankung seines Vaters kehrt er jedoch nach Lugano zurück und übernimmt die Leitung des Geschäfts. Dieses baut er aus und verlegt es an die Via Magatti 3.
Daneben beginnt er als Antiquitätenhändler zu arbeiten und spezialisiert sich auf französische Möbel des 17. und 18. Jahrhunderts sowie auf alte Malerei. Ab 1974 setzt er diese Tätigkeit im Fürstentum Monaco fort. Als Antiquitätenhändler nimmt er erfolgreich an der Biennale Internazionale dell’Antiquariato di Firenze und an der TEFAF in Maastricht teil. Während zehn Jahren gehört er zudem dem Vorstand der niederlänischen Messe an.
In den 1960er-Jahren eröffnet sich ihm ein weiteres Tätigkeitsfeld. Auf Einladung von Pietro Salati, Gründer und Direktor des Centro Scolastico Industrie Artistiche (CSIA) in Lugano, entwickelt er das Konzept für einen damals neuartigen Studiengang in Innenarchitektur und Design. Als Dozent erprobt er die ersten Kurse selbst und entwickelt dabei umfangreiche Unterrichtsmaterial, das später auch seinen Nachfolgern zur Verfügung steht.